Mehrere leere Glasverpackungen in Form von Konservengläsern verschiedener Größen vor weißem Hintergrund.
Newsbeitrag | 06.05.2026

Motivforschung zur Mülltrennung mit Fokus auf das Entsorgen von Glasverpackungen

Was motiviert, was hält ab?

Warum geben Menschen Glasverpackungen in den Restmüll statt in den Glascontainer? Wie wichtig ist ihnen die Altstofftrennung überhaupt? Und achten sie bereits beim Einkauf von Lebensmitteln und Getränken auf die Recyclingfähigkeit von Verpackungen? Eine Studie des Market-Instituts im Auftrag der Austria Glas Recycling gibt Antworten.

Für Glasverpackungen erreichen wir in Österreich seit vielen Jahren Recyclingquoten von über 80%. Und: Glasverpackungen, die in Österreich hergestellt werden, bestehen im Durchschnitt über alle Formen und Farben zu zwei Drittel aus Altglas. Zwei Kennzahlen, die zeigen, dass die Menschen in Österreich Altglas meistens sehr sorgfältig entsorgen. Doch leider werden vor allem Lebensmittelgläser immer wieder in den Restmüll gegeben, wo sie für das Recycling verloren sind.

Person wirft ein leeres Marmeladeglas mit abgenommenem Deckel in den Weißglas-Container.

Motivforschung 2026: Warum werden Glasverpackungen in den Restmüll gegeben?

Was hält Menschen davon ab, Glasverpackungen im Altglasbehälter zu entsorgen? Dieser Frage gingen wir im Frühjahr 2026 zum dritten Mal nach 2022 und 2018 mit dem Market-Institut nach. Wir erhoben den Wissensstand über Mülltrennung und die Bereitschaft der Bevölkerung, dabei mitzumachen. Die für die österreichische Bevölkerung repräsentative Motivforschung fokussiert auf das richtige Entsorgen von leeren Glasverpackungen und gibt ein Gesamtbild zum Stellenwert der Mülltrennung im Zeitverlauf.

Stellenwert der Mülltrennung ist gesunken; ‚Faulheit‘ und ‚Bequemlichkeit‘ weiterhin Hauptmotive dafür, Glasverpackungen in den Restmüll zu geben

Im Vergleich zu den Studienergebnissen aus 2018 und 2022 ist der Stellenwert der Mülltrennung in Österreich gesunken. Mannigfaltige Krisen und viele Themen, die die Menschen aktuell beschäftigen, wirken sich aus. Nimmt man sogenannte `‘Müllsünden‘ genauer unter die Lupe, zeigt sich, dass Achtlosigkeit beim Mülltrennen weniger kritisch gesehen wird als vor 4 Jahren. Im Jahr 2018 räumten 65 % der Befragten der Mülltrennung einen sehr hohen Stellenwert ein, 2022 sogar 68%. 2026 sind es nur mehr 55%.

Man nimmt aktuell eine tolerantere Haltung ein, wenn die Mülltrennung nicht so genau genommen wird. Das gilt auch dafür, Glasverpackungen in den Restmüll zu geben. Immerhin knapp ein Fünftel der Befragten gibt an, Glasverpackungen häufig oder gelegentlich in den Restmüll zu geben, statt sie im Glascontainer zu entsorgen. Der Wert liegt bei den befragten Männern bei knapp einem Viertel und bei den Menschen unter 29 Jahren sogar noch etwas höher.

Als Hauptgründe für mangelnde Entsorgungssorgfalt werden wie in den Jahren 2022 und 2018 ‚Faulheit‘ und ‚Bequemlichkeit‘ genannt. Spontan nennen 52 Prozent der Befragten diese Gründe. 2018 waren es 45%.

Glasflaschen werden überwiegend richtig entsorgt, Lebensmittelgläser leider nicht

Obwohl der Stellenwert der Mülltrennung gesunken ist, halten es nach wie vor 74% der Befragten für ein ‚klares NoGo‘, Glasflaschen in den Restmüll zu werfen. Doch auch diese Zustimmung liegt im rückläufigen Trend. 2018 und 2022 sprachen sich noch 83% der Befragten dafür aus, dass dies nie gemacht werden sollte.

Frauen lassen beim Entsorgen von Glasverpackungen die größere Umsicht walten als Männer. Und jüngere Menschen haben noch Aufholbedarf. Nur 54% der unter 29-Jährigen gab an, dass sie Glasflaschen nie in den Restmüll geben.

Mit Lebensmittelgläsern wie zum Beispiel Marmeladengläsern wird offensichtlich anders verfahren als mit Glasflaschen. Nur 59% der Befragten gaben an, dass Lebensmittelgläser keinesfalls in den Restmüll gegeben werden dürfen. Auch hier ist absteigende Tendenz erkennbar. 2018 lag der Wert noch bei 71% (2022: 70%).

Recyclingfähigkeit von Verpackungen gewinnt an Bedeutung

In 2026 wurde erstmals erhoben, inwiefern es bereits beim Einkaufen von Lebensmitteln und Getränken eine Rolle spielt, ob die Verpackung des gewählten Produktes gut recycelt werden kann. Knapp die Hälfte der Befragten gibt an, grundsätzlich darauf zu achten.

Manchmal sind Glasverpackungen so speziell gestaltet, dass sie schlecht recycelt werden können. Sie sind etwa mit Kunststofffolie ummantelt, vollflächig etikettiert oder lackiert. Es zeigt sich: Knapp ein Drittel der Befragten versucht, Produkte mit schwer recycelbaren Glasverpackungen bewusst zu vermeiden.

Bequemlichkeit bremst Recyclingmotivation

Dr. Harald Hauke, Geschäftsführer Austria Glas Recycling: „Die Market-Studie zeigt Widersprüchliches auf. Einerseits gewinnt die Recyclingfähigkeit von Verpackungen an Bedeutung, andererseits nimmt die Motivation, sich an der Altstoffsammlung zu beteiligen ab. Weiters sehen wir in den Studienergebnissen, dass Gründe, die in den früheren Untersuchungen als motivationshemmend genannt wurden, deutlich an Argumentationskraft verlieren. Das gilt insbesondere für ‚Distanz zum Glasbehälter‘ oder ‚mangelndes Wissen‘. Die in den letzten Jahren stark forcierte Optimierung der Altglassammelinfrastruktur wird also gut angenommen. Und unsere konsequente Informationsarbeit trägt Früchte.“

Die Menschen in Österreich wissen prinzipiell, worauf es beim Entsorgen von Altglas ankommt. Sie zeigen sich mit der Infrastruktur zufrieden. Doch die Motivation, bei der Altglassammlung aktiv mitzumachen, muss wieder gestärkt werden.

DI Eva Koller, Geschäftsführerin der Austria Glas Recycling betont: „Wer Glasverpackungen sorgfältig entsorgt, leistet einen einfachen, aber wirkungsvollen Beitrag zum Naturschutz. Ich denke, das ist ein motivierendes Faktum. Das gesammelte Altglas ist der wichtigste Rohstoff für die Herstellung neuer Glasverpackungen. Ohne Altglassammlung müssten wir sämtliche Rohstoffe für die Herstellung von Glasverpackungen aus der Natur nehmen, allein rund 190.000 Tonnen Sand pro Jahr. Zudem sparen wir dank Glasrecycling jährlich rund 260.000.000 Kilowattstunden elektrische Energie.“

Zwei Personen vor Weißglas- und Buntglas-Containern beim Einwerfen von Glasverpackungen.

Trendmessung 2026

‚Restmüll-Entsorgung‘ von Glasverpackungen, eine Analyse des MARKET Marktforschungsinstituts;

Telefon- mit Online-Interviews, n = 1.000

repräsentativ für die österreichische Bevölkerung

Befragungszeitraum 11. bis 27. Februar 2026

Fotocredits

© Daniel Willinger