Zwei große Sammelbehälter für Glasverpackungen, einer mit Weißglas und einer mit Buntglas, werden mittels Kranfahrzeug geleert; daneben stehen mehrere öffentliche Glascontainer.
Newsbeitrag | 18.06.2026

Dekarbonisierung der Altglaslogistik

Routenoptimierung und alternative Treibstoffe: Ersparnis von 600 Tonnen Emissionen

Routenoptimierung, alternative Treibstoffe: über 600 Tonnen Emissionen reduziert

Vor 5 Jahrzehnten etablierten wir in Österreich die öffentliche Altglassammlung. Glasverpackungen, so das ökonomisch wie ökologisch grundierte Ziel, sollen nicht deponiert, sondern der Glasindustrie als Rohstoff zur Verfügung gestellt werden.

Umweltschutz und Energiesparen dank Glasrecycling

Seither wurden knapp 8 Millionen Tonnen Altglas als Rohstoff für die Herstellung neuer Glasverpackungen eingesetzt. Auf diese Weise reduzierte man den Abbau von Rohstoffen aus der Natur, insbesondere von 5 Millionen Tonnen Sand, dem Hauptrohstoff von Glasverpackungen. Ohne Altglassammlung wären in den vergangenen Jahrzehnten gut 19 Millionen m³ Rohstoffe aus der Natur nötig gewesen.

Und: Das Schmelzen von Altglas braucht erheblich weniger Energie als das Schmelzen der Primärrohstoffe. Pro 10 Prozent Altglas bei der Herstellung neuer Glasverpackungen werden 2,5 Prozent Energie und 5 Prozent CO2-Emissionen gespart. Das ist insbesondere in Zeiten hoher und volatiler Energiepreise ein ökonomisch und natürlich ein ökologisch wichtiger Faktor für die Industrie.

Green logistics: sukzessive Dekarbonisierung der Altglaslogistik

Dr. Harald Hauke, Geschäftsführer Austria Glas Recycling: „Zur weiteren Steigerung des Umweltnutzens von Glasrecycling setzt Austria Glas Recycling seit vielen Jahren konsequent auf die Ökologisierung der Sammlung von Altglas in den Städten und Gemeinden und senkte die jährlichen Emissionen der CO2-Äquivalente erheblich.“

Dies gelang insbesondere durch

  • Steigerung der Sammeleffizienz
  • Spritspartrainings und Öko-Drive-Schulungen für die Fahrer der Spezial-LKWs,
  • Einsatz umweltfreundlicher LKW-Klassen und
  • die Verwendung von alternativen Treibstoffen statt Diesel.

individuelle Wege von Altglas, individuelle Optimierung der Logistik

Das in den Glascontainern gesammelte Altglas wird in manchen Regionen direkt mit den speziellen Sammel-LKWs zum Glaswerk geliefert. In den meisten Regionen wird es zunächst auf Umladestellen gelagert und von der Umladestelle mit Transport-LKWs ins Werk transportiert.

Das Zusammenspiel von Zwischenlagerung auf Umladestellen und Transporten in die Glaswerke wurde in den vergangenen Monaten noch feiner justiert und optimiert. Das steigerte die Transporteffizienz um rund 19% und reduzierte die CO2-Emissionen. Zudem setzen die Altglastransporteure immer stärker auf den Treibstoff HVO100 (100% Hydrotreated Vegetable Oils/hydrierte Pflanzenöle) anstelle von herkömmlichem Diesel.

DI Eva Koller, Geschäftsführerin Austria Glas Recycling: „Insgesamt erreichten wir mit der Steigerung der LKW-Transporteffizienz und dem Einsatz von HVO100 die Reduktion von 620 Tonnen CO2-Äquivalenten im Jahr 2025. Das entspricht etwa einer Fahrt mit einem PKW von 3,9 Mio. km. Das sind 2.900 Fahrten von Wien über Innsbruck nach Bregenz und wieder retour.“

Daten: c7-consult

Zwei Personen stehen vor Glascontainern für Weißglas und Buntglas.

Dr. Harald Hauke, DI Eva Koller, Geschäftsführung Austria Glas Recycling
Fotocredit: Austria Glas Recycling/Daniel Willinger

Effizienzsteigerung bei Altglaslogistik: ökonomisch und ökologisch wertvoll

Je sauberer und emissionsärmer Altglas gesammelt und transportiert wird, desto höher ist der Umweltnutzen von Glasrecycling. Dr. Daniel Resch, Geschäftsführer ÖWAV: „Die Abfallwirtschaft spielt seit vielen Jahrzehnten eine zentrale Rolle für Umweltschutz und Kreislaufwirtschaft. Der Einsatz des alternativen Treibstoffes HVO100 ist ein sehr wichtiger Beitrag für die Dekarbonisierung der Altstofflogistik.“

Dr. Daniel Resch/OEWAV

Dr. Daniel Resch, Geschäftsführer OEWAV
Fotocredit: ÖWAV/Pflügl

Optimierungsmaßnahmen, die aus ökologischen Erwägungen angestoßen werden, stärken auch die finanzielle Stabilität des österreichischen Sammel- und Verwertungssystems für Glasverpackungen. Davon profitieren die Entsorgungsunternehmen und Kommunen ebenso wie jene Unternehmen und Industrien, die ihre Lebensmittel, Getränke, Kosmetika, Arzneien in Glasverpackungen auf den Markt bringen.