Aus alten Glasverpackungen werden neue

Glas – ein Geschenk der Natur

Bereits in der Mitte des 3. Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung soll es Glasperlen gegeben haben. Die erste bekannte Rezeptur für Glas ist aus der Bibliothek des assyrischen Königs Assurbanipal (ca. 659 v. Chr.) überliefert: 'Nimm 60 Teile Sand, 180 Teile Asche aus Meerespflanzen und 5 Teile Kreide und du erhältst Glas.'

Ein Werkstoff mit derart langer Tradition verdient es, mit besonderer Wertschätzung und Sorgfalt behandelt zu werden.  Recycling ist das Mindeste, was wir tun können! Glasmacher lieben Glas und sorgen dafür, dass Altglas stets wieder zu neuen gesunden Qualitätsverpackungen geformt wird: Marmeladegläser, Gurkengläser, Weinflaschen, Saftflaschen, Flaschen für Essig oder Öl, Parfumflacons – 1A-Qualität ist garantiert.

Drei österreichische Glaswerke recyceln Glasverpackungen: Vetropack Austria GmbH in Pöchlarn/Niederösterreich und Kremsmünster/Oberösterreich sowie Stölzle Oberglas GmbH in Köflach/Steiermark.

 

Bilder (©Vetropack): Altglas vor dem Sortierprozess

In den Glashütten wird das Altglas aufbereitet, das heißt:

1. Schritt:
Das mit Fremdstoffen versehene Altglas gelangt, getrennt nach Bunt- und Weißglas, per Förderband zur Sortierung.

2. Schritt:
Eisenhaltige Fremdstoffe werden von einem Überbandmagneten erfasst und ausgeschieden.

3. Schritt:
Händische Vorsortierung zur Entfernung von groben Verunreinigungen, wie zum Beispiel:
* Restmüll
* PET-Flaschen
* Metallische Verunreinigungen
* Keramik/Steine/Porzellan (KSP), zum Beispiel Keramikteller
* Fehlfarbige Glasteile bei der Aufbereitung von Weißglas

4. Schritt: 
Im Walzenglasbrecher wird das Altglas auf die für die Sortierung optimale Korngröße zerkleinert.

5. Schritt:
Anschließend werden lose Kontaminanten wie zum Beispiel Papiere, Schnüre, Etikettenreste mittels Absaugsystemen abgeschieden.

6. Schritt: 
Nun werden Nichteisenmetalle (NE-Metalle) mittels Wirbelstromabscheidung entfernt. Beim Wirbelstromabscheider werden in elektrisch leitende Teile Wirbelströme induziert, deren Magnetfeld dem induzierenden entgegengerichtet ist. Das Verhältnis Leitfähigkeit/Dichte bestimmt dabei den Abstoßungseffekt. Der Abscheidegrad wird von der Stückgröße und Stückform bestimmt.

7. Schritt: 
Mittels sensorgestützter Sortiermaschinen werden Keramiken und Fehlfarben ausgeschieden. Dabei läuft der Materialstrom über eine geneigte transparente Glasrutsche, durch diese werden die Scherben mit dem Licht eines speziellen Farbspektrums durchleuchtet. Kameras nehmen die Transmissionsinformation auf, analysieren diese und steuern die auf den Ausblasleisten angebrachten Blasdüsen spezifisch an. Abhängig von der Scherbengröße können auch mehrere Ventile zeitgleich angesteuert werden.

8. Schritt: 
Bei der abschließenden Qualitätskontrolle wird das Altglas auf Verunreinigungen (Keramiken, Metalle, Fehlfarben) untersucht.

9. Schritt:
Das aufbereitete Altglas (siehe Bild) kann nun als Sekundärrohstoff zur Produktion von neuen Glasverpackungen verwendet werden. Die aussortierten Fremdstoffe werden verwertet oder einer Entsorgung zugeführt.

 

                 Bild 1 (©Vetropack): Altglas vor der Schmelze                        Bild 2: 100%-Recycling: aus alten Glasflaschen entstehen                                                                                                                                        neue Glasflaschen

Glasrecycling - Materialflussbild

Glas als Verpackung

Empfehlungen für die Gestaltung recyclinggerechter Verpackungen: Circular Packaging Design Guidelines
 

Was wär‘ das Leben ohne Glas: www.unser-glas.at

Friends of Glass
 

Was wär‘ das Leben ohne Glas! – Eine Initiative des Fachverbandes der österreichischen Glasindustrie anlässlich des Internationalen Jahr des Glases 2022 (unser-glas.at).

Kontakt

Austria Glas Recycling 
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1060 Wien, Austria
Tel.: +43/1/214 49 00
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