Interessantes zu Glasrecycling und verwandten Themen
Ein Service von AGR und APA-Austria Presse Agentur
Veröffentlichungen nur nach Rücksprache mit APA
Inhaltsverzeichnis
1. KLEINE, 22.7.: Noch zu niedrig
2. KLEINE, 23.7.: Revolution im Mistkübel
3. NÖN, 20.7.: Bugl Bundessiegerin
4. WOMAN, 23.7.: So wird ihr Leben Grüner
---------------------------------------------------------------------
"Kleine Zeitung" vom 22.07.2010 Seite: 22
Ressort: Mürztal
Von: ULF TOMASCHEK
Mürztal
Mürztal
1. Noch zu niedrig
Ein Blick in so manche Abfalltonne genügt. Da tummeln sich Plastiksackerln im Altglas, im Altpapier landet manches, was nicht einmal entfernt mit Papier zu tun hat, und unter den Begriff Altmetall fallen Dinge, deren Metallgehalt gegen null geht.
Wie soll man angesichts derartiger Fehlwürfe verlangen, dass der brave Bürger weiß, was er über das Klo entsorgen darf oder nicht (Seiten 24/25).
Private Mülltrennung gibt es nicht erst seit gestern. Aber ganz offensichtlich sind immer noch allzu viele Bürger mülltechnisch gesehen von gestern. Wie sonst lässt sich das schlampige Mülltrennen erklären?
Zum einen mit Unwissen. Denn Plastik ist eben nicht gleich Plastik, und beim Metall und beim Glas sieht die Sache ähnlich aus.
Und den Weg ins Klo findet schlussendlich all das, was sonst nicht leicht zu entsorgen ist.
Doch zum Unwissen gesellen sich Schlamperei und Ignoranz. Beide lassen einen unerfreulichen Schluss zu: Ganz offenbar sind die Müllabfuhrgebühren immer noch zu niedrig.
Sie erreichen den Autor unter
ulf.tomaschek@kleinezeitung.at
---------------------------------------------------------------------
"Kleine Zeitung" vom 23.07.2010 Seite: 14
Ressort: Bundesland-Thema
Steiermark
2. Revolution im Mistkübel
Von der Umweltbombe Deponie zum Umwelttechnik-cluster: Weil die Steirer aktiv mitmachten, wurde das Land in nur 25 Jahren zu einem Musterland der Abfallwirtschaft.
JOHANNES KÜBECK
Der Anfang war düster, übel riechend und zerstörerisch für die Umwelt. Was in den steirischen Haushalten an Mist und Müll anfiel, wanderte einst in den Mistkübel und von dort auf irgendeine Deponie.
Von solchen wilden Müllablagerplätzen gab es 1975 noch 422 im Land,
176 Gemeinden hatten gar keine Müllabfuhr.
Diese tatsächlich zum Himmel stinkenden Zustände konnten nur im totalen Chaos enden. Im Sommer 1985 - vor 25 Jahren - stand Graz auf einmal ohne eigene Mülldeponie da. Der Müllplatz am Köglerweg im Süden der Stadt war voll, und kaum jemand wusste in der zweitgrößten Stadt Österreichs, wie es weiter gehen soll.
Wenn er an diese Zustände zurückdenkt, schüttelt es Wilhelm Himmel direkt vor Abscheu. Aber der oberste steirische Abfallmanager in der Landesregierung ist einer, der vorwärts schaut. Als einer der Männer der ersten Stunde bei der Neuausrichtung des Müll- und Abfallwesens im Lande kann er für sich und zahllose Mitstreiter heute eine stolze Bilanz ziehen.
Bei der Mülltrennung sind die Steirer Weltspitze. Von 421 Kilo Müll, die heute pro Kopf und Jahr registriert werden, sind nur noch
168 Kilo problematischer Restmüll. Der große Rest wird als Altpapier, Altglas, Biomüll oder Verpackungsstoff umwelt- und jobfreundlich wiederverwertet.
Da es bis in die Achtzigerjahre hinein praktisch keine Mülltrennung gab, lässt sich der enorme Effekt hochrechnen. Rund vier Millionen Tonnen steirischen Abfalls konnten in den letzten 25 Jahren durch Trennung und Recycling von Deponien ferngehalten werden, das Achtfache der heutigen Jahresmüllmenge.
Diese Umkehr hat unerhörte Effekte. Rund 60 Prozent der Haushaltsabfälle werden heute wiederverwertet. Das heißt, hier entstehen Nachfrage, Unternehmen und Arbeitsplätze. Aus dem Mist wurde ein Milliardengeschäft. Der Entsorgungsmulti Saubermacher hat fast 4000 Beschäftigte und kommt heuer auf mehr als 250 Millionen Euro Umsatz. Komptech in Frohnleiten hat sich zu einer Firmengruppe mit 450 Mitarbeitern gemausert.
Die Branche hat sich zu einem eigenen Cluster - Eco World Styria - zusammengefügt, ein Netzwerk von 150 Firmen mit 13.400 Beschäftigten allein im Bereich Umwelttechnik. US-Experten wählten ihn erst heuer zum "weltbesten Green Tech Cluster". Und das Wichtigste: Die Umwelttechnik war weltweit die einzige Produktionsbranche, die der Wirtschaftskrise trotzte.
Doch die Unternehmer haben sich nicht verselbstständigt. Der Ökocluster ist kein Verbund geldgieriger Kapitalisten, sondern wird im Gesellschafterausschuss weiterhin von dem Beamten und Pionier Wilhelm Himmel gelenkt, der am Beginn dieser Entwicklung stand.
Die Stoffe
Heute sammeln die Bürger getrennt Papier, Kunststoffverpackungen, Glas, Metalle und Biomüll. Sturzplätze nehmen Sperrmüll und Gartenabfälle auf. Auf Firmenebene gibt es noch tiefer gehende
Trenn- und Sammelsysteme. So wird Altspeiseöl der Gastronomie längst zu Biodiesel veredelt. Es gibt hoch technisierte Sammel- und Verwertungssysteme für Elektro- und Elektronikschrott.
---------------------------------------------------------------------
"NÖ Nachrichten" Nr. 29/2010 vom 20.07.2010 Seite: 17
Ressort: BEZIRK LILIENFELD
Lilienfelder Zeitung
Lilienfelder Zeitung
GEWONNEN Stefanie Bugl, Gesellin von Glas Marton, überzeugte bei Wettbewerb die Jury.
3. Bugl Bundessiegerin
HAINFELD Stefanie Bugl, einst Lehrling, nun Gesellin bei der Firma Glas Marton in Hainfeld, erreichte beim Bundeslehrlingswettbewerb der Glaser in Kramsach den ersten Platz.
Der Wettbewerb beinhaltete eine fachliche Prüfung sowie die Erstellung von zwei Werkstücken. In Summe erzielte Stefanie Bugl daraus die beste Bewertung österreichweit. Claudia Marton, die stolze Ausbilderin, freut sich mit ihrer Gesellin und honorierte diese herausragende Leistung besonders.
"Woman" Nr. 15/10 vom 23.07.2010 Seite: 36
Ressort: Umwelt
4. So wird ihr Leben Grüner
Im Einklang. Essen, Shoppen oder Urlauben all das kann man auch umweltfreundlich machen! Wie das lesen Sie hier. Plus: Ein Test verrät, wie ökologisch Ihr Lebensstil ist! Red.: Melanie Zingl, Petra Mühr, Katrin Kuba
Der kuschelige Fleecepullover der Freundin könnte aus PET-Flaschen gefertigt sein. Das trendige Designertischerl der Nachbarin war früher vielleicht mal eine Waschmaschine oder ein Kühlschrank. Und in Ihrem hippen Schuhabsatz stecken womöglich einige CDs! Vieles, was auf den ersten Blick ganz neu ist, besteht zu einem guten Teil aus recycelten Produkten. Ein wichtiger Beitrag, um Rohstoffe zu sparen!
Und das Sammelbewusstsein der Österreicher ist erfreulich hoch. Dank der guten Abfallmanagementsysteme liegen wir im europäischen Vergleich eindeutig im oberen Drittel, weiß Monika Mörth vom Umweltbundesamt.
Mehr wert! WOMAN recherchierte: Was kann aus Altem, scheinbar Wertlosem, alles neu gewonnen werden? Wie oft kann man einzelne Materialen wiederverwenden? Wie viel an Müll und Rohstoffen (plus
Kosten) ersparen wir uns, wenn wir sorgsam sortieren? Lesen Sie, warum es so wichtig ist, gezielt zu sammeln, statt gedankenlos wegzuwerfen.
Frisch verpackt
Papier, Glas, Kunststoff und Metall getrennt zu beseitigen hat sich etabliert. Über 800.000 Tonnen sammeln wir jährlich an Verpackungen in Haushalt und Gewerbe. Wer also Zeitungen, Marmeladegläser, Hundefutterdosen und PET-Flaschen in die dafür vorgesehenen Sammelbehältnisse gibt, trägt wesentlich zum Klimaschutz
bei: Das Wiederverwerten dieser Materialien spart laut Altstoff Recycling Austria (ara.at) jährlich 600.000 Tonnen CO2 entspricht dem Ausstoß von 247.000 Pkws!
Spitzenreiter. Die besten Recyclingquoten haben Glas und Papier.
Glas kann nahezu unbegrenzt wiederverwendet werden. Je nach Farbe werden 60 bis 100 Prozent der neuen Verpackungen aus gesammeltem Altglas hergestellt! Altpapier deckt etwa 50 Prozent der gesamten Produktion von Papier ab. Denn alte Zeitschriften, Pappschachteln und Kartons lassen sich sechs- bis siebenmal zu Büchern, Toilettenpapier oder neuen Verpackungen verarbeiten. Auch die beliebten TetraPaks können wiederverwertet werden (Infos auf oekobox.at)!
Kunstvoller Stoff. Ein wahrer Verwandlungskünstler ist Kunststoff:
Aus PET-Flaschen (pet2pet.at) werden entweder wieder solche oder Fleecepullis, Schlafsackfüllungen und Tragetaschen. Herkömmliche Plastik-Verpackungen werden meist zur Energieerzeugung verwendet und reduzieren somit den Einsatz von kostbarer Kohle oder Erdöl.
Auf Schiene. Über 31.000 Tonnen Metall sammelten die Österreicher im vergangenen Jahr in den Containern mit den blauen Deckeln. Nachdem es gereinigt, sortiert und geschmolzen worden ist, wird es je nach Material unterschiedlich eingesetzt. Wenn Sie also das nächste Mal Ihr neues Auto starten, könnten in dem einen oder anderen Aluteil Ihre alten Getränkedosen verarbeitet sein. Und während der nächsten Bahnfahrt denken Sie daran, dass sowohl im Zug als auch in den Geleisen wahrscheinlich ehemalige Thunfisch- oder Pfirsichdosen drinstecken. Schmuck, Münzen oder elektronische Geräte bestehen ebenso aus recyceltem Metall.
Handy, Fernseher & Co
Erfreulich auch die Entwicklung beim gefährlichem
Elektronikschrott: Er lässt sich bei sachgerechter Entsorgung ganz besonders gut wiederverwenden. Brauchbare alte Handys werden überarbeitet und danach in die Dritte Welt verschickt (zonzoo.at) oder weiterverkauft (mobile-collect.com, spendet für jedes erhaltene Mobiltelefon an karitative Einrichtungen). Handys können aber auch, wie viele andere elektronische Geräte, einfach beim jeweiligen Hersteller oder bei Sammelstellen abgegeben werden.
Zerlegt und sortiert. Einmal gesammelt, werden Föhn, Mikrowelle oder PC in ihre Bestandteile (Metalle, Kunststoffe) zerlegt, Schadstoffe entzogen und die Rohstoffe wiederverwendet. Auch böse Kühlschränke können entweder wiederverwertet (ufhrecyc ling.at) oder zu Möbeln, Accessoires und Designstücken umgearbeitet (trashdesign.at oder gabarage.at) werden.
Dass Werbe-CDs oder -DVDs für den Haushaltsmüll eigentlich zu schade sind, wird gerade entdeckt. In einem neuen Businesszweig (krall.de oder blue boxx.info) werden sie entschichtet, geschreddert oder eingeschmolzen und finden als Schuhabsatz, Kleiderbügel oder erneut als Disk Verwendung.
In die Klamottenkiste
Ihre alte Kleidung spenden Sie entweder karitativen Organisationen (caritas.at, kolping.at, volkshilfe.at), die einzelne Teile wiederverwenden oder durch deren Verkauf Hilfsprojekte unterstützen.
Oder Sie geben alte Designerkleidung ab und kriegen dafür neue, die aus alter redesignt wurde (earthcreate.com).
Vermeiden
Höchstes Ziel sollte trotzdem sein: Müll vermeiden. Expertin
Mörth: Vor allem im Lebensmittelbereich wird oft mehr gekauft, als tatsächlich verbraucht wird. Wichtig ist, an die Schonung der Ressourcen zu denken. Durch bewusstes Einkaufen kann die Umwelt am besten geschützt werden.
Göttin des Glücks
Hippe Mode mit Bio-Zertifikat
Öko-Design. 2005 gegründet, ist Göttin des Glücks
(goettindesgluecks.at) hierzulande das einzige ökofaire Modelabel.
Wir arbeiten ausschließlich mit Fairtrade-zertifizierter Biobaumwolle, in allen unseren Produktionsschritten ist fairer Handel garantiert!, freut sich das Designer-Quartett, das hinter der Marke steht. Ihre Idee, Mode mit Nachhaltigkeit zu produzieren, ist voll
aufgegangen: Im ersten Jahr wurden 3.000 Stück produziert, mittlerweile sind es 11.000!
Exklusive Bio-Küche
Saint charles alimentary
Kreativ. Wer mit den engsten Freunden für sich sein möchte, ist hier richtig: Neben der Apotheke im sechsten Wiener Gemeindebezirk wird im dazugehörigen Lokal ( www.saintcharles.at) ab acht Personen aufgekocht. Natürlich nur mit besten Produkten vom Bio-Bauern!
Tamara Putz, 26
Hat ein Öko-Café mit Mode-Shop
Innovativ. Auf einer Reise durch Costa Rica fand die Tourismusfachfrau zu einem behutsameren Umgang mit der Natur: Jeder ist selbst verantwortlich, was er in seinem Leben schafft und hinterlässt. Die meisten denken:, Hinter mir die Sintflut! Ich will das nicht so! Im März 2010 eröffnete Tamara Putz in Innsbruck das ModeCafé Taminda (taminda.at): Treffpunkt für umweltbewusste Modefans und Gourmets! Ein Redesign verwandelt alte Klassiker in neue Produkte, im Café wird alles mit regionalen, biologischen und fair gehandelten Lebensmitteln zubereitet.

