Interessantes zu Glasrecycling und verwandten Themen
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Inhaltsverzeichnis
1. ABFORUM, 20.2.: Zukunft aus Glas
2. KRONE, 20.2.: Glaskunst hautnah erleben
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"Architektur & Bau Forum" Nr. 02/2012 vom 20.02.2012Seite: 21,22,23
Ressort: Thema
Von: Barbara Jahn
1. Zukunft aus Glas
Energieeffizientes Bauen Mit einer Kristallkugel hat das alles nichts mehr zu tun. Glas als Baustoff gilt als der klare Hoffnungsträger in der Baubranche. Vor allem die Energieeffizienz betreffend.
Moderne Architektur verlangt nach Transparenz und Technik. Und das immer mehr, sodass die Verwendung von viel Glas unausweichlich ist.
Die Glasindustrie sieht darin kein Problem, ganz im Gegenteil: Sie ist gewappnet für alle Herausforderungen, die in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auf sie zukommen werden. Ein ausgeglichener Energiehaushalt, Schallschutz, Wärmedämmung und Sonnenschutz sowie Sichtschutz sind Teil eines umfassenden Produktprogramms, das Architekten und ausführende Unternehmen in Zukunft noch mehr unterstützen wird.
Multitalent Glas
Fassaden mit hohem Glasanteil wurden unter dem Aspekt der Energieeffizienz immer besonders skeptisch betrachtet. Denn die Anforderungen für die Zukunft sind hoch: Unterschiedliche Ansprüche bezüglich Energieeinsparung und Nutzerkomfort müssen mit rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Einklang gebracht werden.
Saint Gobain Glas hat mit dem SGG Climatop mit einem thermisch getrennten Abstandshalter in entsprechend dämmenden Rahmensystemen bereits einen bedeutsamen Lösungsansatz hinsichtlich des Wärmeschutzes geschaffen. Es handelt sich um standardisierte Dreifach-Isoliergläser, die auf die Verschärfungen der EnEV in den vergangenen Jahren reagieren. Auch die Integration von Sicherheitsfunktionen spielt eine zunehmend größere Rolle. Abgesehen von der passiven Sicherheit werden Faktoren wie Absturzsicherung sowie durchbruch-, durchschuss- und explosionshemmenden Eigenschaften bei Gläsern immer wichtiger. Und das selbstverständlich in Kombination mit Zusatzfunktionen wie Sonnenschutz und Schallschutz.
Wärmeschutz steht ganz oben auf der Prioritätenliste der Hersteller - im Winter wie im Sommer. "Ein exzellenter Wärmedämmwert von Isolierglas ist die Pflicht, die Tageslichttransmission und der Gesamtenergiedurchlassgrad wird immer mehr die Kür. Das heißt: Neben minimierten Wärmeverlusten wird den passiven solaren Energiegewinnen und der Lichtdurchlässigkeit des Glases eine immer mehr Bedeutung beigemessen“, ist Rainer W. Schmid überzeugt. "Modernes Dreifach-Wärmedämmglas erfüllt diese Ansprüche schon recht gut: Durch zwei Scheibenzwischenräume und eine zweite Wärmedämmbeschichtung sind mit einer (teuren) Kryptongasfüllung Ug-Werte von 0,5 W/(m²K) üblich.
Noch interessanter ist es, die Tageslichttransmission und den Gesamtenergiedurchlassgrad noch mehr zu optimieren: Mehr Licht, mehr passive solare Energiegewinne - dann weist Glas ohnehin bald eine positive Energiebilanz auf.“ Dabei gilt es, einerseits die Anforderungen an maximalen Sonnenschutz mit größtmöglichem Tageslichteinfall zu vereinen, andererseits den bestmöglichen Ug-Wert zu erreichen. Sonnenschutzgläser wie das SGG Cool-Lite Xtreme 60/28 von Saint Gobain bieten mit einem Ug-Wert von 1,0 W/m2k im Standardaufbau beste Möglichkeiten für eine optimale Wärmedämmung.
Dipl.-Ing. Peter Fromhold, Objektberater bei Saint-Gobain Glass Deutschland, erklärt: "Das Verhältnis von Lichttransmission zu Gesamtenergiedurchlassgrad wurde mit diesem Sonnenschutzglas auf ein neues Niveau gehoben. Ich würde sogar sagen, es handelt sich um einen Meilenstein in der Entwicklung von Sonnenschutzgläsern.“
Doppelrolle
Eine weitere Entwicklung bezieht sich gleich auf ganze Fassadensysteme. Unter der Bezeichnung "closed cavity“-Fassaden wurden sogenannte Doppelfassaden entwickelt, deren Fassadenzwischenraum weder nach außen noch nach innen Öffnungen hat.
Die Vorteile sind sehr hohe Dämmeigenschaften und sehr gute Gesamt-g-Werte bei möglicher raumhoher Verglasung. Das technische Konzept der geschlossenen Doppelfassade ist für Dipl.-Ing. Herwig Barf, Teamleiter Fassade bei der DS-Plan Ingenieurgesellschaft Stuttgart, allerdings noch kein großer Wachstumskandidat der Glasbranche, da bei solchen Fassaden unter anderem der Nutzereingriff, sprich die natürliche Be- und Entlüftung, nicht möglich ist. Auch ist die Beschaffenheit der Fassade aufgrund der damit einhergehenden Parameter wie erforderliche Trocknung der Luft im Fassadenzwischenraum, Vermeidung von Kondensat sowie absolute Dichtigkeit der Fugen und Anschlüsse stark reglementiert.
Es wäre aber falsch, die Rolle der Fassade komplett auf die Energieersparnis zu reduzieren, denn sie wird auch dort genutzt werden, wo Energie-, Strom- und Warmwassererzeugung sinnvoll sind.
Mit fassaden- oder glasintegrierter Fotovoltaik soll das in naher Zukunft standardmäßig möglich sein. Eine echte Verringerung des Anteils von Glas in der Fassade ist daher nach Ansicht von Peter Fromhold nicht abzusehen. "Die aktuellen technischen Möglichkeiten von hochdämmenden Verglasungen verleiten geradezu zu einer verstärkten Nutzung von Glas zur Schaffung von natürlich beleuchteten
Arbeits- und Lebenswelten in modernen Gebäuden. Da wird Glas weiterhin eine wichtige Rolle spielen.“
Klare Trends
"Energieeffizienz und Nachhaltigkeit werden auch in Zukunft die Leitthemen in der internationalen Objektarchitektur sein. Die Ansprüche steigen stetig, besonders an großflächige Glasfassaden. Das Ziel bleibt auch in den nächsten Jahren: noch mehr Tageslicht im Gebäude bei gleichzeitig noch effektiverem Sonnenschutz, besserer Wärmedämmung, wirksamerem Schallschutz - und alles bei möglichst farbneutralem, hochtransparentem Glas“, legt Rainer W. Schmid, Interpane Glas Industrie AG, seine Sicht der Dinge dar und fährt
fort: "Hochtransmissive Verglasungen werden immer wichtiger: Sie lassen besonders viel Tageslicht und Energie hindurch und werden aus besonders eisenarmen Rohstoffen hergestellt. Dieses ‚Weißglas‘ zeichnet sich durch eine extrem neutrale Farbe in der An- und Durchsicht aus, was die Farbverfälschung durch die glastypische Eigenfarbe nahezu vollständig vermeidet. Dieses Glas wird momentan hauptsächlich in der Solarindustrie eingesetzt, um den Energieeintrag in Solarmodule zu maximieren. Spezielle Antireflexbeschichtungen sorgen dann zusätzlich für noch mehr Energieinput. Beschichtetes Weißglas wird künftig allerdings auch in der Architektur immer wichtiger, denn es ermöglicht noch höhere Tageslichttransmission und passive solare Energiegewinne als herkömmliches Floatglas.“
Gut aufgestellt
Die Entwicklung der vergangenen Jahre in der Architektur hat also den Baustoff Glas mehr und mehr in den Mittelpunkt gerückt. Neben dem Thema der Energieeinsparung müssen moderne Gläser vielschichtige Anforderungen wie Sicherheit, Brandschutz, Schallschutz, Sonnenschutz oder selbst reinigende Funktionen erfüllen. Auch als tragende Elemente findet Glas immer mehr Anwendungen. "Damit ist die Glasindustrie natürlich massiv gefordert, die Entwicklung von neuen Schichten voranzutreiben und die Transmissionswerte laufend zu verbessern“, sagt Johannes Reiter, Marketing- und Vertriebsleiter der Pilkington Austria GmbH. Das bedeutet gleichzeitig, dass sich die Einsatzmöglichkeiten von Glas immer mehr erweitern. "Gerade das Thema Solarenergie hat sich in den vergangenen Jahren mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit entwickelt, und es ist, auch dank des Einsatzes von extrem hochwertigen Gläsern, zwischenzeitlich möglich, auch ohne Förderungen eine attraktive Payback-Zeit zu erreichen.
Pilkington ist hier mit den leitfähigen Tec-Gläsern und einem eigens entwickelten Optiwhite S Marktführer und beliefert vorrangig die PV-Dünnschichtindustrie“, erläutert Johannes Reiter.
Neben der Außenanwendung findet Glas auch im Innenbereich immer mehr Anwendung. Dank der gestalterischen Möglichkeiten mit Farbgebungen und Druckdesigns wird es mehr und mehr zum bestimmenden architektonischen Element. Die Synergien zwischen hochwertigen Gläsern und Beschlägen ermöglichen transparente Raumgestaltungen und Sonderlösungen.
"Leider ist für die Glasherstellung nach wie vor ein sehr hoher Energieaufwand notwendig, aber auch hier geht die NSG Pilkington Gruppe neue Wege und beschäftigt sich weltweit intensiv mit Energieeinsparungsmaßnahmen“, betont Johannes Reiter. "All diese Entwicklungen stellen die Industrie und die Verarbeiter aber auch vor neue Herausforderungen, und es wird zukünftig eine sehr hohe Beratungskompetenz notwendig sein. Die Pilkington Austria ist mit vier regional agierenden Standorten und bestens ausgebildeten Mitarbeitern hier sehr gut gerüstet, den Anforderungen des Marktes auch weiterhin gerecht zu werden.“ Ein Punkt, dem auch Rainer W.
Schmid zustimmt: "Beratung für Architekten, Planer und Verarbeiter wird immer wichtiger, da sich die Möglichkeiten des Werkstoffs Glas immer weiter auffächern: Mit exzellenten Funktionsbeschichtungen auf Glas ist nahezu jede strahlungstechische Eigenschaft konfigurierbar, ganz nach den Ansprüchen, die an das zu realisierende Gebäude gestellt werden.“
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"Kronen Zeitung" vom 20.02.2012 Seite: 30
Ressort: lokal
2. Glaskunst hautnah erleben
"Malen mit Glas und Licht" ist das Motto der Ausstellung, die derzeit im Innsbrucker Zeughaus gezeigt wird. Am kommenden Wochenende findet ein Familientag statt, bei dem aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln die Glaskunst beleuchtet wird.
Mit dem Bau der "Glasmalereianstalt" 1861 in Innsbruck in der Müllerstraße erlebte die Glasmalerei einen wahren Boom. Waren es am Anfang vor allem sakrale Arbeiten, hat sich in der Glasmalerei in der Zwischenzeit der Bogen des Betätigungsfeldes längst in alle Bereiche ausgedehnt. Die Ausstellung im Innsbrucker Zeughaus, kuratiert von Claudia Sporer-Heis, beweist dies.
Beim Familientag im Zeughaus kann man sich davon am kommenden Samstag und Sonntag überzeugen. Mehr noch! Geboten wird ein vielseitiges Programm, das die unterschiedlichen Facetten der Glasmalerei beleuchtet. Da werden Einblicke in die Kunst des Glasblasens gewährt, da wird man mit der künstlerischen Seite der Glasverarbeitung vertraut gemacht und es gibt Kinder- und Familienführungen durch die Ausstellung.
MONI BRÜGGELLER

